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Schliessung Spital Heiden: Richtig, hart, zu spät

Die EVP nimmt den Ent­scheid des Regie­rungs­ra­tes mit Betrof­fen­heit zur Kennt­nis. Der Ent­scheid ist rich­tig, für die Betrof­fe­nen hart, aber er kommt min­des­tens drei Jahre zu spät. Damit stellt sich auch die Frage nach der poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung für diese Situa­tion.

Rich­tig für den Spi­tal­ver­bund AR

Die ange­führ­ten Gründe im Zusam­men­hang mit der Spi­tal­schlies­sung Hei­den sind für die EVP AR nach­voll­zieh­bar. Es war seit Jah­ren klar, dass der Spi­tal­ver­bund AR ein struk­tu­rel­les Defi­zit hat. Bereits im Sep­tem­ber 2016 ver­langte die EVP AR, der Rea­li­tät ins Auge zu bli­cken und eine Über­prü­fung über die Kan­tons­gren­zen hin­aus anzu­stos­sen. Im Januar 2017 defi­nierte der SVAR seine Stra­te­gie neu und setzte nach wie vor auf den Stand­ort Hei­den. Auch die über­wie­sene Motion zur Strei­chung der Spi­tal­stand­orte hatte keine Aus­wir­kung auf die Stra­te­gie. Das klare Signal anläss­lich der Volks­ab­stim­mung vom Sep­tem­ber 2018 und die per­ma­nent kri­ti­schen Voten im Kan­tons­rat führ­ten nicht zu einem Über­den­ken der Stra­te­gie.

Nach­dem der Spi­tal­ver­bund nun über Jahre auf die fal­sche Stra­te­gie gesetzt hat und das Dota­ti­ons­ka­pi­tal prak­tisch hal­biert wurde, ist die­ser Stra­te­gie­wech­sel über­fäl­lig. Das Spi­tal Hei­den hat über Jahre auf­grund viel zu tie­fer Fall­zah­len defi­zi­tär gearbeitet- Die Schlies­sung ist der rich­tige Schritt.

Hart für die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ten­den

Die­ser Ent­scheid ist jedoch für die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ten­den über­aus hart. Über Jahre haben sie sich für die Pati­en­ten und den SVAR ein­ge­setzt und ste­hen nun vor dem Nichts. Hart ist die­ser Ent­schied ins­be­son­dere für alle unter­stüt­zen­den Auf­ga­ben im Bereich Unter­halt, Rei­ni­gung, Küche etc. In der aktu­el­len Krise wer­den sie es dop­pelt schwer haben eine adäquate Stelle zu fin­den. Die EVP AR erwar­tet für alle diese Mit­ar­bei­ten­den einen über­durch­schnitt­li­chen Ein­satz bei der Suche nach Anschluss­lö­sun­gen und einen sehr gut aus­fi­nan­zier­ten Sozi­al­plan.

Der Ent­schied kommt zu spät

Das die­ser Ent­scheid erst jetzt erfolgt ist unver­ständ­lich. Über Jahre waren die Ent­wick­lun­gen klar und zeig­ten sta­bil nach unten. Über Jahre war der Stand­ort Hei­den defi­zi­tär. Über Jahre hatte der SVAR ein struk­tu­rel­les Pro­blem. Sogar die kla­ren Voten von Kan­tons­rat und Stimm­volk (Ja zum Spi­tal­ver­bunds­ge­setz mit 70%) führ­ten nicht zu einer Kurs­än­de­rung. Die wei­ter sin­ken­den Fall­zah­len, schwie­rige per­so­nelle Ent­schiede, die fort­schrei­tende Ero­sion des Dota­ti­ons­ka­pi­tals wur­den nach dem Prin­zip Hoff­nung igno­riert. Es ist unver­ständ­lich, dass Ver­wal­tungs­rat und Regie­rungs­rat die Zei­chen der Zeit nicht Medi­en­mit­tei­lung erkannt haben. Und es mutet eigen­ar­tig an, wenn nun noch argu­men­tiert wird, die Corona-Pandemie habe diese Situa­tion beschleu­nigt. Bei ehr­li­cher Betrach­tungs­weise war diese Ent­wick­lung schon lange son­nen­klar.

Regie­rungs­rat trägt die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung

Und da stellt sich schluss­end­lich die Frage nach der poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung. Seit Beginn sitzt der Regie­rungs­rat im Ver­wal­tungs­rat des SVAR. Seit Beginn fin­den zwi­schen dem Ver­wal­tungs­rat und dem Regie­rungs­rat Gesprä­che statt. Die StwK hat in die­ser Sache ein ziem­lich ver­nich­ten­des Zeug­nis aus­ge­stellt. Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass hier nicht frü­her inter­ve­niert wurde. Im Gegen­teil. Man hat die Situa­tion gedeckt, hat durch die Umschul­dung die offen­sicht­li­chen Ein­flüsse auf das Volks­ver­mö­gen kaschiert und gehofft ‚das es dann schon gut kommt‘. Der Regie­rungs­rat und ins­be­son­dere die­je­ni­gen, wel­che schon län­ger dabei sind, müs­sen dafür die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung über­neh­men.
 

Für Rück­fra­gen: Mathias Stein­hauer, Heri­sau (078 862 11 70)